Die gesammtelten Werke der „Lyrik des Tages”

Gesammelte Lyrik

Die gesammelte Lyrik der letzten Jahre, alphabetisch nach Nutzernamen sortiert, findest du hier. Du möchstest deine Lyrik auch hier veröffentlichen? Dann schau einfach bei der »Lyrik des Tages« vorbei und fülle das Formular mit deinen lyrischen Inhalten aus. Viel Erfolg!

Lyrik des Tages

Auf der Schüssel

In der linken Hand die Rolle,
in der Rechten eine Zichte.
Ich drücke meine AA-Wurst
und schreibe heut' Geschichte.
von Gofmann, veröffentlicht am 6. April 2013
11
Lyrik des Tages

Designerdrogen

Ich war der Drücker aller Drogen,
dein Urahn ungelogen!
Und ich drückte meinen Döner in die Bratwurst,
sie wurd schöner.

Dann ging ich zu Karstadt,
nahm Fleischwurst in Dosen,
das Schmieröl fürs Fußbad
und Gummibundhosen!
von Gofmann, veröffentlicht am 27. Februar 2012
12
Lyrik des Tages

Gesang des armen Mannes

Geboren in Budapest
und gestorben in Galizien.
Ich schreib am Tisch den Stuhlbluttest
und verkaufte nachts Kastanien.
Dies ist der Gesang des armen Mannes,
feucht und trocken wie die Taufe des Johannes.
von Gofmann, veröffentlicht am 4. März 2012
1
Lyrik des Tages

Schokobecher

Auch Gofmann war einst Modezar und sprach mit seinem Fächer.
Es war ihm so nach Kaviar, serviert im Schokobecher.
Damit schmierte er den Fleischberg ein und wurde äußerst spitz.
Vom Scheitel bis zum Raucherbein und auch um den Mundschlitz.
Dann zeigte er den Dottersack und auch den Gummiprügel,
er bemalte sich mit Nagellack und spielte auf dem Flügel!
Wie ein junger Mozart hämmerte er wahllos auf den Tasten,
er wichste sich den Schnurrbart und erblickte den Brutkasten.
Da lag ja noch der Stiefsohn drin? Er hatte ihn vergessen.
Er bückte sich dem Brummton hin und ging dann Mittagessen.
von Gofmann, veröffentlicht am 14. Februar 2017
6
Lyrik des Tages

Der Tag des Gofmann

Ich wurde zum Streber mit Clausi, dem Kleber,
trank am Tresen nur Brause mit Gundula Gause.
Habe Arme wie Arnold und Zähne aus Blattgold,
die Faust eines Goethe
und im Schritt die Blockflöte!
von Gofmann, veröffentlicht am 23. November 2011
23
Lyrik des Tages

Geschnitten oder am Stück

Wie Opfergaben für Küchenschaben,
den Kohlraben breiter Bauernknaben,
erscheint mir mein Vorhaben.

Mit meinen Wachaufgaben will ich dem Fleischgenuss eins überbraten.
Als lachende Leberwurst will ich auf fischigen Pfaden fremdgehen.
Mit meinen würzigen Winden alle Flausen des Fleisches wegwehen.
von Gofmann, veröffentlicht am 7. Oktober 2016
5
Lyrik des Tages

Kuhfleisch

Damals wuchs mir noch Mettwurst,
aus dem Barte meiner Scharte.
Heut' ess ich Kuhfleisch,
das ich brate.
von Gofmann, veröffentlicht am 29. November 2011
18
Lyrik des Tages

Der Kaktus

Ich betrachte meinen Kaktus,
er ist im Topf geboren,
als kleiner grüner Fötus,
mit Nadeln statt Schweißporen.
von Gofmann, veröffentlicht am 5. Mai 2012
3
Lyrik des Tages

Ich traf Dutroux in Brüssel

Ich bin der Schließer ohne Schlüssel und ich traf Dutroux in Brüssel.
Brachte diesen Babysitter zu Emicho, dem Kreuzritter.
Der war wie immer hocherfreut
und Marc, er hatte kaum bereut.
So taufte er ihn Balthasar, für Christus als auch Baal.
Er schnitt ihm ab das Silberhaar und nähte ihn rektal.
von Gofmann, veröffentlicht am 15. April 2016
4
Lyrik des Tages

Fleisch ist Jugendliebe

Ich saß in einer Kellerbar
und drückte die Talgdrüse,
ich hatte Angst vorm neuen Jahr,
besonders vor Gemüse!
Fleisch ist Jugendliebe
und ich bin ein alter Vielfraß,
so kratze ich die Griebe
und schaue in mein Salzfass.

Es stinkt nach Mortadella
und schmeckt nach Innereien,
bestreich ich mit Nutella
und fertig die Arzneien.
So steig ich wie der Pimmel
aus der Hölle gen Himmel
und spiele auf der Arschgeige
das Lied vom Stengel und der Feige.
von Gofmann, veröffentlicht am 16. April 2016
8
Lyrik des Tages

Der Hippie und die Tüte

Es sprach der Hippie zur Milchtüte:
Komm, sieh in meine Herzensgüte.
Ich rauche dich Gründonnerstag,
mit meinem gelben Zahnbelag.
Und puste dich als Wind hinaus,
in diesem großen Schauspielhaus!
von Gofmann, veröffentlicht am 10. Januar 2012
18
Lyrik des Tages

Das Sommerloch

Im dunkelbraunen Groschengrab
fand ich statt Geld den Bischofsstab
und rührte mich zum Sternekoch,
vom Winter bis zum Sommerloch.
von Gofmann, veröffentlicht am 10. Mai 2012
4
Lyrik des Tages

Von der Bettkante auf die Tante

Ich formte die Fäden und schrieb oft daneben,
ich wollte angeben und verlor so mein Leben.
Doch bald ich erkannte die Burleske von Dante,
stieg von der Bettkante mit dem Stiefel auf die Tante.
von Gofmann, veröffentlicht am 12. Oktober 2016
5
Lyrik des Tages

Ich bin Billy Boy

Ich bin Billy Boy und menschenscheu
und stuhle gern ins Katzenstreu.
Aus dem Kühlschrank steigt der Leichengestank
über Müllberge
und kleine Zinksärge
blicken kinderlos
in Gofmanns Augen dubios.
Doch Adipositas
tut mit Essenslust mächtig anklopfen,
so will ich mich statt Entenbrust
mit Whiskas heute voll stopfen.
von Gofmann, veröffentlicht am 3. Mai 2016
7
Lyrik des Tages

Auferstanden aus Ruinen

Ich ziehe Industriedunst durch meine schlanke Nase
und übe mich in Fechtkunst, wie Cäsar, der Angsthase.
Antikörper auf der Guillotine tanzen im Takt zur Bohrmaschine.
Bin auferstanden aus Ruinen und stecke fest in Schlitzmaschinen.
Und so bohr ich ins Delirium drei Schrauben durchs Endstadium.
Nennt mich Aius Locutius, Aurelius, der Luftikus!
von Gofmann, veröffentlicht am 18. Oktober 2016
4
Lyrik des Tages

Früh morgens im Schlachthaus

Früh morgens im Schlachthaus
fragte ich im Voraus
nach einer Portion Labskaus.

Und so leerte ich den Becher
für Bundys Triebverbrecher,
trank Ölfarbe als Lustknabe
und malte mit Hingabe.

Etwas Zinnoberrot in höchster Not,
das Kupferblau am Körperbau,
strich ich mir alle Sorgen
und dachte nicht an morgen.
von Gofmann, veröffentlicht am 6. Mai 2016
7
Lyrik des Tages

Wacholderblätter

Wild marschierten die Wacholderblätter auf meiner weißen Wampe.
Es grinsten die Gedanken und ich drehte die Arschkrampe.
Erst nach Norden, dann nach Süden,
das hörten meine Horden und sie spielten die Etüden!
Direkt im Kriegsloch saß die alte Viererbande,
den Auftakt machte Streicher und sprach von Rassenschande.
Ich lauschte eine Weile und ging dann in den Keller,
nahm vom Haken die Hüpfseile, denn damit ging es schneller.
von Gofmann, veröffentlicht am 30. November 2017
2
Lyrik des Tages

Jenseits aller Maße

Mein Korpus ist kein Schnellbus,
er nimmt die alte Straße.
Ein Trampelpfad zum Zirkus
weit jenseits aller Maße.
von Gofmann, veröffentlicht am 17. Mai 2012
6
Lyrik des Tages

Mein Schuh

Ich binde mir den Schuh,
muss heute nochmal weg.
Ich frage mich wozu?
Was ist sein Sinn und Zweck?

Am Fuß, da wohnt der Käse
und spricht mit meinen Socken.
Was nützt die Exegese,
bin ich daheim am Hocken?
von Gofmann, veröffentlicht am 19. März 2013
8
Lyrik des Tages

Ich bin wie Toastbrot

Denn ich bin wie Toastbrot,
so knusprig am Morgen,
am Mittag schon scheintot
und nachts ohne Sorgen.
von Gofmann, veröffentlicht am 12. Februar 2012
25
Lyrik des Tages

Tinas Toilette

Ich thronte mit meiner Tirade
auf Tinas Toilette.
Ich murkste auf meiner Mansarde
an Monis Manschette.
Ich blähte mit meiner Ballade
auf Bertas Bulette
und rollte wie eine Roulade
in Rosis Rosette.
von Gofmann, veröffentlicht am 24. Mai 2012
14
Lyrik des Tages

Die Busfahrt

Während ich mit dem Bus fahre,
und auf den Stuck starre,
frag ich mich: wann endet die Nutzphase?
auf nem Plakat: Bachmann! Denk mir, ich will den Lutz schlagen!
wüsste nicht worauf ich sonst noch Lust habe.
Mmh, vielleicht auf 'ne Cola oder sogar auf 'ne Club Mate.
Kontrolleur kontrolliert. Ich hab keine Buskarte!
Überlege, ob ich den Typ dort nach Schutz frage!
Er meint: ich bin nich von hier, ich komm' aus Cuxhaven!

Dies und noch andere Sachen erleb ich beim Busfahren.
von Graf Dubblecup, veröffentlicht am 27. Mai 2016
6
Lyrik des Tages

Lost

Was die Nacht mir einst gab
ist nur mehr Erinnerung –

was deine Liebe mir schenkt
gleicht einem dunklen Traum

nur der Mond weint mit mir,
denn er sieht meine Wunden
und grüne Feuer hüten meinen Schmerz

jede Stunde in deine Welt geträumt
und meine Tränen in deinen Abschied geschrieben

es gibt nur eines, was ich dir sagen möchte
in eine schwarze Nacht
einen grauen Morgen
eine kalte Welt

wo bist du
von Greenfire, veröffentlicht am 19. November 2016
8
Lyrik des Tages

Konzertsaal Seele

Glück ist,
Deinem inneren Klavier
freien Lauf
zu lassen,
Deinem Herztrommeln
zu folgen,
Deine Gänsehaut
als Publikum
zuzulassen,
und
Deinem Gehirn
den Dirigenten
zu stehlen,
denn
dann
bist Du
im Konzertsaal
Deiner Seele.
von greko, veröffentlicht am 22. Oktober 2013
10
Lyrik des Tages

Herzenspanne

Auf dem Heimweg
zu meiner
Einsamkeit,
Amarettokirsche
in Camparieiswasser,
hat mich
die kaltrote
Aussicht
unbeweglich
gemacht,
der unkontrollierte Drift
gegen
deine Stoptafel,
der Überschlag
meiner Gefühle,
die Explosion
meines Endorphintanks,
sowie die
sichtbaren
Deformationen
an meiner
Gleichgewichtskarosserie
führten
zu der Herzenspanne
die vor dir steht.
von greko, veröffentlicht am 14. Januar 2014
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